Pädagogik

Die Waldorfpädagogik wurde bereits vor 100 Jahren begründet – und seitdem ständig weiterentwickelt. Als Eltern, Pädagoginnen und Pädagogen der Schulgründungsinitiative sind wir zutiefst von dem Wert und der Wahrhaftigkeit der Waldorfpädagogik überzeugt.


Hier sind einige Gründe für unsere Überzeugung:

  • Die individuelle und liebevolle Begleitung durch feste Bezugspersonen und im festen Klassenverband schafft ein Gefühl der Sicherheit und der Gemeinschaft. Schülerinnen und Schüler fühlen sich geborgen und angenommen. Sie gehen gerne zur Schule!
  • Lehrplan und Methodik der Waldorfschule richten sich nach den Bedürfnissen der Kinder. Der Unterricht bringt neben dem Kopf auch Herz und Hände in Bewegung! Das Ergebnis: Spaß und Erfolg beim Lernen.
  • Ein vielfältiges handwerkliches und künstlerisches Angebot ergänzt die traditionellen Schulfächer. So sammeln die Kinder vielfältige Erfahrungen und entwickeln Vertrauen in sich selbst und ihre Fähigkeiten.
  • Die umliegende Natur fließt mit ihren Rhythmen und als Lernfeld auf vielfältige Weise in den Unterricht ein.
  • An der Waldorfschule gibt es kein Sitzenbleiben und in den ersten Schuljahren auch keine Noten.
  • Unsere Kinder lernen aus einem inneren Bedürfnis heraus und nicht auf äußeren Druck hin.

 


 

Konzeptionelle Akzente

 

Auf der Grundlage der Waldorfpädagogik aufbauend, setzen wir an der „Freien Waldorfschule Barnim“ folgende konzeptionelle Akzente:

  • Bewegtes Klassenzimmer
  • Naturerfahrung
  • Naturschutz, Umweltschutz und Nachhaltigkeit

 

Bewegtes Klassenzimmer

 

In den Klassenstufen 1 bis 3 setzen wir die Idee des „bewegten Klassenzimmers“ um, wie sie erstmals im Rahmen des „Bochumer Modells“ an der Waldorfschule in Bochum entwickelt wurde.


Das „Bewegte Klassenzimmer“ unterstützt die Sinnesentwicklung, Bewegungsfähigkeit, das Bindungsvermögen, Sozialverhalten und die Rhythmusfähigkeit der Kinder. Diese Fähigkeiten sind für ein fruchtbares Lernen in der Schule notwendig. So können auch Kinder, bei denen diese Fähigkeiten bei Schulbeginn nicht ausreichend entwickelt sind, in den ersten Jahren eine gesunde Grundlage für das lebenslange Lernen schaffen.

 

Konkret wird die Idee des „Bewegten Klassenzimmers“ wie folgt umgesetzt: Die Klasse hat Bänke und Sitzkissen zur Verfügung, mit denen viele verschiedene Situationen zum Lernen, Spielen und Bewegen schnell umsetzbar sind – so wie es gerade erforderlich ist. Zum Beispiel wird mit den Bänken ein Kreis geformt und die Kissen werden im Kreis für ein Bewegungs- und Zahlenspiel genutzt. Dann werden die Bänke in Reihen gestellt und die Kinder sitzen auf den Kissen. So können sie in Ihre Hefte schreiben, frühstücken oder dem Märchen zuhören. Später, für den Sprachunterricht, können die Kinder auch einfach auf den Bänken sitzen – in Reihen oder auch wieder im Kreis. Manchmal bereitet der Lehrer oder die Lehrerin am Morgen einen Parcours vor, über den die ankommenden Kinder gehen können. Wenn ein möglichst großer leerer Raum benötigt wird, ist alles schnell zur Seite geräumt und verstaut.

 

Naturerfahrung

 

Der positive Einfluss von der Naturerfahrung auf die kindliche Entwicklung ist in der Forschung nahezu unbestritten. Seit rund 60 Jahren häufen sich die Forschungsergebnisse über die Bedeutung der Natur für den Menschen. Die Vorteile und positiven Auswirkungen von Naturerfahrung auf die kindliche Entwicklung sind bereits gut erforscht, z.B. durch das im Jahr 2017 durchgeführte Forschungs- und Praxisprojekt Familien in der Natur des NaturGuts Ophoven e.V.

 

Die Freizeit der gegenwärtigen Kindergeneration verlagert sich jedoch zunehmend nach Drinnen. Trotz der unbestritten positiven Wirkung auf die kindliche Entwicklung ist Natur bei der Entscheidung zwischen „wirklichen”, sinnlichen Naturerfahrungen und Erfahrungen in virtuellen Welten immer weniger attraktiv.

 

Mangelnde Naturerfahrung kann jedoch in zweierlei Hinsicht problematische Auswirkungen haben. Erstens verläuft die kognitive-emotionale Entwicklung der Kinder anders, wodurch ihre Gesundheit gefährdet ist. Zweitens sind Naturerlebnisse eine notwendige Grundlage, um später die richtigen Entscheidungen für eine zukunfts- und nachhaltigkeits-orientierte Entwicklung treffen zu können. Wer als Kind selten oder nie in der Natur war, kann auch weniger damit anfangen und sieht nicht unbedingt die Notwendigkeit sie zu schützen.

 

Natur bietet den Kindern eine unendliche Vielfalt von Anregungen ohne Ermüdung, Freiheit zur Selbstentfaltung, Ich-Stärkung, Befriedigung von Abenteuerbedürfnissen durch Ausprobieren, Förderung von Intelligenz, Ideen, Werten und Zusammenhangdenken.

 

Naturschutz, Umweltschutz und Nachhaltigkeit

 

Aus der Naturerfahrung heraus und dem Erleben einer „Naturfaszination“, durch die Verbindung emotionaler und rationaler Sichtweisen auf die Natur, entsteht im Kind eine Verbundenheit und Liebe zur Natur und es entwickelt sich eine tiefe innere Überzeugung zum Natur- und
Umweltschutz sowie zur Nachhaltigkeit.

 

In der Oberstufe übernehmen die Schülerinnen und Schüler in immer stärkerem Maße die Verantwortung für ihr Lernen. Das Ausbilden praktischer, theoretischer, sozialer und schließlich individueller Urteilskompetenzen durchzieht die Arbeit an den anspruchsvollen und von
wechselnden Fachlerinnen und Fachlehrern erteilten Epochen.

 

Insbesondere der Unterricht in den Klassen der Oberstufe eignet sich daher zur wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der Welt. Der Natur- und Umweltschutz sowie die Nachhaltigkeit sind aktuelle und komplexe Themen von regionaler sowie globaler Tragweite. In mehreren Epochen sollen, begleitet durch längere Forst- und Landwirtschaftspraktika, ökologische Zusammenhängige denkend erkannt werden.

 



Weiterführende Informationen: